Die dritte Runde

Am 8. September fand unser drittes Gespräch mit Vertreter:innen des Studierendenwerks AdöR, Vermögens- und Bauamt (VBA) und dem Studentenwerk e.V. statt, weiterhin moderiert von Baubürgermeister Cord Soehlke. Die dritte Gesprächsrunde startete erstmals in Präsenz, wofür uns freundlicherweise der Sitzungssaal des technischen Rathauses zur Verfügung gestellt wurde. Den Dialog haben wir als ehrlich, kritisch und zugleich verständnisvoll erlebt.

Nach unserer Einschätzung sind wir zurück auf dem Weg der ergebnisoffenen Verhandlungen! Die Sitzung konnten wir nutzen, um unser bereits erarbeitetes Konzept zum Erhalt der Münzgasse 13 ausführlich vorzustellen und die zahlreichen Rückfragen zu beantworten. Da das Studierendenwerk (AdöR) für die Vorstellung ihres Konzeptes auf ein Gutachten angewiesen ist, wird die Münze morgen von einer von ihnen gesandten Architektin besichtigt. Bis Ende Oktober wird die darauf folgende Einschätzung vorgelegt und im November die Position des Studierendenwerks in einer Verwaltungsratssitzung diskutiert. Anschließend setzen wir unseren vierten Gesprächstermin an, mit Raum für die Präsentation des Konzeptes des Studierendenwerk.

Auch wenn eine endgültige Einschätzung der Konzepte sicher noch nicht für alle Beteiligten möglich ist, kristallisieren sich die Vor- und Nachteile beider Wege immer deutlicher heraus. Das Studierendenwerk betonte, dass sie eine Sanierung von solchem Umfang nicht im laufenden Betrieb, sondern nur im leeren Haus durchführen können. Auch wenn sie für die Bewohner:innen Ersatzwohnraum zur Verfügung stellen, würde das wohl das Ende des „besonderen Soziotops“ in der Münzgasse 13 bedeuten. Wie wir seit längerem befürchtet haben, sei es aus rechtlichen Gründen nicht möglich, nach einer Sanierung weiterhin an Nicht-Studierende zu vermieten, was auf einige der Mitbewohner:innen der Münze 13 zutreffen würde.

Als Syndikatsprojekt mit dem Vorhaben eine denkmalgerechte Sanierung bedürfnisorientiert und über einen längeren Zeitraum im bewohnten Zustand zu realisieren, stehen wir vor der Herausforderung, den:die dafür passend:e Architekt:in zu finden. Unsere bisherigen Einschätzungen und Gespräche haben wir mit solidarischen und befreundeten Architekt:innen und Handwerker:innen geführt, was leider nicht bedeutet, dass diese auch Kapazitäten für das ganze, große Projekt haben. Wir befinden uns auf der Suche und hoffen, bis November mehr erzählen zu können, um diesbezügliche Unsicherheiten zu nehmen. Außerdem gibt es bei der potentiellen Übernahme und Änderung des Erbbaurechtsvertrags einige Hürden, weshalb wir dabei sind, den Kontakt zwischen dem Tübinger VBA und den institutionell Verantwortlichen bei ähnlichen Konstellationen für MHS-Projekte in Freiburg und Heidelberg herzustellen. Nach wie vor bleibt also viel zu tun.

Noch eine schlechte und zwei gute Kurz-Nachrichten zum Schluss

  • Flop: Wir haben erneut die Kündigung durch das Studentenwerk e.V. erhalten, ab November drohen den Ersten von uns die Räumungsklage. Nach Einschätzung unseres Anwalts ist die Kündigung glücklicherweise unbegründet, die rechtlichen Prozesse zehren aber ganzschön an unserer Hauskasse und auch unnötig an unseren Nerven.
  • Top: Das Studierendenwerk AdöR kümmert sich mittlerweile um die drängendsten Probleme im Haus (Heizung, Brandschutz und neu im Sortiment: ein Rohrbruch im dritten Stock), was für uns eine deutliche Entschärfung der Situation bedeutet.
  • Top: Unser geliebter Kulturraum öffnet, wenn auch nur im Kleinen, endlich mal wieder seine Pforten. Am 18. September von 12 bis 17 Uhr wird es mindestens köstliches Essen, soliden Kaffee, Updates zur Besetzung, Musik, Kunst und Kleidertausch geben. Mit mehr Infos melden wir uns am Wochenende. Schreibt uns bei Fragen gerne an, wir freuen uns auf Austausch mit euch.