Aussicht auf offizielle Voroption

Die letzte Verhandlungsrunde mit dem Amt für Vermögen und Bau (VBA) und dem Studierendenwerk Tübingen-Hohenheim (AdöR) fand im Februar 2022 statt. Moderiert wurde das Treffen wieder von Baubürgermeister Cord Soehlke. Alle Akteur:innen sind sich einig, dass die Gespräche fortgeführt werden, um eine Lösung für den langfristigen Erhalt der Münze 13 zu finden. Zudem wurde beschlossen, dass wir mit Baubürgermeister Cord Soehlke den ersten Entwurf für eine offizielle Voroption formulieren. Diese Voroption entspricht einer vertraglichen Zusage für einen Kauf unter bestimmten Bedingungen, wie einem tragfähigen Sanierungs- sowie Finanzierungskonzept. Dementsprechend werden im Rahmen der Voroption Meilensteine für den Weg zum Hauskauf definiert. Erfüllen wir diese, dürfen wir als Projekt des Mietshäuser Syndikats kaufen.

Unseren Vorschlag für die Voroption haben wir Anfang März an alle Verhandlungspartner:innen geschickt. Wir warten jetzt auf Rückmeldung, die wir voraussichtlich nach der nächsten Verwaltungsratssitzung des Stuwe im April 2022 erhalten.

Die Möglichkeit, die Münze 13 in ein MHS-Projekt zu verwandeln, hat sich also weiter konkretisiert und ist greifbarer denn je. Für uns bedeutet das auch, dass wir weiterhin viel zu tun haben: Ein Team aus Architekt:innen und Handwerker:innen für die Planung und Durchführung der Sanierung aufstellen, Absprachen mit dem Denkmalamt, das Finanzierungskonzept präzisieren, eine GmbH gründen etc.. Insbesondere sind wir auf Direktkredite von Privatpersonen und befreundeten Wohnprojekten angewiesen. Auch wenn wir offiziell noch keine Direktkredite sammeln können, da wir noch keine GmbH gegründet haben, sammeln wir schon Absichtserklärungen für Direktkredite. Wer sich also vorstellen kann, uns einen Direktkredit zu geben oder Fragen dazu hat, kann sich gerne an uns wenden!

Sachspenden an die Ukraine

Liebe Alle,

aufgrund der aktuellen Lage in der Ukraine möchten wir Sachspenden für die Menschen vor Ort sammeln.
Da wir aktuell noch nichts von einer zentralen Sammelstelle in Tübingen gehört haben, stellen wir hierfür den Blauen Salon zu Verfügung.
Ziel ist es Hilfsgüter zentral in Tübingen zu sammeln, um sie dann über ein existierendes Netzwerk von freiwilligen Fahrer:innen an die polnisch-ukrainische Grenze zu bringen.

Sammelstelle:
Münzgasse 13, durch das Fenster zum Blauen Salon ab Montag 28.02.22,
10:00 Uhr bis 19 Uhr – vorerst bis einschließlich 02.03.22.

Logistik:
Wir stehen in Kontakt mit einem Netzwerk welche die Überbringung der Hilfsgüter in die Ukraine organisiert sowie durchführt.

Was wird benötigt:

Da medizinische Produkte am dringendsten benötigt werden, haben diese für uns Priorität: wenn ihr also Zugang zu solchen Produkten habt wäre das optimal.

Medizinische Produkte:
Schmerzmittel, Breitbandantibiotika, Wundantiseptika, Verbandsmaterial jeglicher Art, Steriles Verbandsmaterial, Verbandsschienen, Blutstoppende Schwämme (z.B. Cutaplast, etc.), Alkoholtücher, Dekompressionsnadeln, Einmalhandschuhe, Einmal-Spritzen 5 und 10 ml etc.

Hygiene Artikel:
Slipeinlagen, Küchenrollen, Desinfektionsmittel, Feuchtücher, Tampons, Windeln

Sonstiges:
Thermodecken, Powerbanks, Taschenlampen, Batterien, Schlafsäcke

++ Bitte Keine Kleidung, davon scheint es genug zu geben ++

Wir sind über jegliche Information bezüglich schon existierender Netzwerke in Tübingen dankbar und freuen uns über Unterstützung, Ideen und weitere Vernetzung.

https://t.me/Muenze13Sammelstelle

Die dritte Runde

Am 8. September fand unser drittes Gespräch mit Vertreter:innen des Studierendenwerks AdöR, Vermögens- und Bauamt (VBA) und dem Studentenwerk e.V. statt, weiterhin moderiert von Baubürgermeister Cord Soehlke. Die dritte Gesprächsrunde startete erstmals in Präsenz, wofür uns freundlicherweise der Sitzungssaal des technischen Rathauses zur Verfügung gestellt wurde. Den Dialog haben wir als ehrlich, kritisch und zugleich verständnisvoll erlebt.

Nach unserer Einschätzung sind wir zurück auf dem Weg der ergebnisoffenen Verhandlungen! Die Sitzung konnten wir nutzen, um unser bereits erarbeitetes Konzept zum Erhalt der Münzgasse 13 ausführlich vorzustellen und die zahlreichen Rückfragen zu beantworten. Da das Studierendenwerk (AdöR) für die Vorstellung ihres Konzeptes auf ein Gutachten angewiesen ist, wird die Münze morgen von einer von ihnen gesandten Architektin besichtigt. Bis Ende Oktober wird die darauf folgende Einschätzung vorgelegt und im November die Position des Studierendenwerks in einer Verwaltungsratssitzung diskutiert. Anschließend setzen wir unseren vierten Gesprächstermin an, mit Raum für die Präsentation des Konzeptes des Studierendenwerk.

Auch wenn eine endgültige Einschätzung der Konzepte sicher noch nicht für alle Beteiligten möglich ist, kristallisieren sich die Vor- und Nachteile beider Wege immer deutlicher heraus. Das Studierendenwerk betonte, dass sie eine Sanierung von solchem Umfang nicht im laufenden Betrieb, sondern nur im leeren Haus durchführen können. Auch wenn sie für die Bewohner:innen Ersatzwohnraum zur Verfügung stellen, würde das wohl das Ende des „besonderen Soziotops“ in der Münzgasse 13 bedeuten. Wie wir seit längerem befürchtet haben, sei es aus rechtlichen Gründen nicht möglich, nach einer Sanierung weiterhin an Nicht-Studierende zu vermieten, was auf einige der Mitbewohner:innen der Münze 13 zutreffen würde.

Als Syndikatsprojekt mit dem Vorhaben eine denkmalgerechte Sanierung bedürfnisorientiert und über einen längeren Zeitraum im bewohnten Zustand zu realisieren, stehen wir vor der Herausforderung, den:die dafür passend:e Architekt:in zu finden. Unsere bisherigen Einschätzungen und Gespräche haben wir mit solidarischen und befreundeten Architekt:innen und Handwerker:innen geführt, was leider nicht bedeutet, dass diese auch Kapazitäten für das ganze, große Projekt haben. Wir befinden uns auf der Suche und hoffen, bis November mehr erzählen zu können, um diesbezügliche Unsicherheiten zu nehmen. Außerdem gibt es bei der potentiellen Übernahme und Änderung des Erbbaurechtsvertrags einige Hürden, weshalb wir dabei sind, den Kontakt zwischen dem Tübinger VBA und den institutionell Verantwortlichen bei ähnlichen Konstellationen für MHS-Projekte in Freiburg und Heidelberg herzustellen. Nach wie vor bleibt also viel zu tun.

Noch eine schlechte und zwei gute Kurz-Nachrichten zum Schluss

  • Flop: Wir haben erneut die Kündigung durch das Studentenwerk e.V. erhalten, ab November drohen den Ersten von uns die Räumungsklage. Nach Einschätzung unseres Anwalts ist die Kündigung glücklicherweise unbegründet, die rechtlichen Prozesse zehren aber ganzschön an unserer Hauskasse und auch unnötig an unseren Nerven.
  • Top: Das Studierendenwerk AdöR kümmert sich mittlerweile um die drängendsten Probleme im Haus (Heizung, Brandschutz und neu im Sortiment: ein Rohrbruch im dritten Stock), was für uns eine deutliche Entschärfung der Situation bedeutet.
  • Top: Unser geliebter Kulturraum öffnet, wenn auch nur im Kleinen, endlich mal wieder seine Pforten. Am 18. September von 12 bis 17 Uhr wird es mindestens köstliches Essen, soliden Kaffee, Updates zur Besetzung, Musik, Kunst und Kleidertausch geben. Mit mehr Infos melden wir uns am Wochenende. Schreibt uns bei Fragen gerne an, wir freuen uns auf Austausch mit euch.

Auftakt der Verhandlungen gestaltet sich schleppend

Im Rahmen des Dialogs zur Übernahme der Erbpacht der Münzgasse 13 durch die Bewohner:innenschaft unter dem Dach des Mietshäuser Syndikats fand am 24. Juni eine Begehung der Immobilie statt. Anwesend waren Delegierte des Studierendenwerks Tübingen-Hohenheim, des Studentenwerks e.V. und des Amtes für Vermögen und Bau Baden-Württemberg (VBA). Auch Baubürgermeister Soehlke konnte sich für den Auftakt Zeit nehmen.
Die Begehung wurde vom Verwaltungsrat des Studierendenwerks Tübingen-Hohenheim als Grundlage für ergebnisoffene Verhandlungen gefordert und von der Bewohner:innenschaft gern ermöglicht. Leider war sie jedoch von Desinteresse und mangelndem Engagement vonseiten des Studierendenwerks Tübingen-Hohenheim geprägt, sodass es schleierhaft bleibt, wie dieser Termin eine Dialogbasis bilden kann.
Die stellvertretende Geschäftsführung des Studierendenwerks Tübingen-Hohenheim wollte schon nach kurzer Zeit die Begehung wieder verlassen, um in ihre Mittagspause zu gehen. Zum größten Teil wusste ihre Delegation nicht über die Lage in der Münzgasse Bescheid: Weder kannte sie die rechtliche Situation, zum Beispiel bezüglich des Erbbaurechtsvertrages, noch fiel die Immobilie laut eigener Aussage in ihren Tätigkeitsbereich. Zudem waren sie nicht über die bereits geführte Kommunikation zwischen der Münze 13 und dem Studierendenwerk Tübingen-Hohenheim im Bilde.
Die Gesandten des Studentenwerks e.V. hingegen liefen ohne Begleitung in private Zimmer, in denen Sie wahllos Fotos schossen.
Die Bewohner:innenschaft hatte sich mit einer detaillierten Mängelliste und einer akribisch ausgearbeiteten Sanierungsschätzung auf einen professionellen Austausch vorbereitet, der den eklatanten Wissenslücken der meisten Teilnehmenden geschuldet nur mit dem VBA möglich war. Offensichtlich wurde der Ernst der Lage von entscheidenden Akteur:innen noch nicht erkannt.
Für den nächsten Gesprächstermin, der nach Absprache mit Baubürgermeister Soehlke noch im Juli stattfinden wird, erwarten wir von allen beteiligten Parteien die Entsendung von Teilnehmer:innen mit Sach- und Entscheidungskompetenz sowie eine transparente Kommunikation.

Heizung und Besuch in der Münze 13

Nun ist es endgültig: Unsere Heizung ist kaputt. Nachdem sie schon seit Dezember auf Notbetrieb lief und das Stuwe AdöR auch nach mehrmaligen Anfragen der zuständigen Firma nichts unternommen hat, mussten wir am 09.06. Heizung und Gas aufgrund einer akuten Notsituation ausschalten. An diesem Abend war von der Heizung ein lautes Rattern und ein von dieser ausgehender Gasgeruch wahrnehmbar, sodass wir uns dazu entschieden, das Haus zu verlassen. Glücklicherweise konnte gerade noch rechtzeitig bewerkstelligt werden, Heizung und Gas abzustellen. Die zuständige Heizungsfirma hat uns aufgrund der Dringlichkeit ohne den Auftrag vom Studierendenwerk AdöR einen Durchlauferhitzer zur Verfügung gestellt und das Gas verplombt. Auf eine Notlösung folgte eine Notlösung. Ärgerlicherweise streitet das Studierendenwerk AdöR nun die Zuständigkeit für Reparaturen am Haus ab. Wir sind sprachlos, denn das Studierendenwerk AdöR hatte im Vorfeld schon versichert, sich der Heizungsproblematik anzunehmen.

Gleichzeitig gibt es auch gute Nachrichten: Am Donnerstag (24.06.) steht eine Begehung mit Vertreter:innen des Studierendenwerk AdöR, des VBA und Herrn Cord Soehlke an. Sie wollen einen allgemeinen Eindruck des Gebäudes bekommen und eine Grundlage für die Verhandlungen schaffen. Wir freuen uns auf diesen Termin und sind zuversichtlich, dass die Verhandlungen schnell aufgenommen werden und wir unserem Ziel ein großes Stück näher kommen.

Soli-Shirts

Münze 13 bleibt – jetzt und für immer ❤

Die T-Shirts sind öko und wurden von uns im Epplehaus mit Siebdruck verziert. Wir verkaufen die Shirts jetzt erstmal sonntags zwischen 16-18 Uhr aus dem Fenster des Blauen Salons. Einmal in der Woche würden wir auch versenden. So oder so, schreibt uns gerne vorher, welche Farbe und Größe ihr möchtet, damit wir wissen, wie viel wir von was drucken.

Da wir coronabedingt ja leider keine Hausfeste und Solipartys schmeißen können, hoffen wir so, zumindest einen Teil der Kosten für die professionellen Gutachten und den Anwalt decken zu können.

#supportyourlocalsquat

Start in die Verhandlungen: Besetzung erreicht erstes Etappenziel

Der Runde Tischer mit Studierendenwerk, Stadt und Land war ein großer Erfolg. Von keiner Seite gibt es grundlegende Bedenken gegen die Umwandlung des Hauses in ein Projekt des Mietshäuser Syndikats, so das Fazit nach dem ersten Gespräch in großer Runde.

Am 8. April fand ein digitales Treffen zwischen Bewohner:innen der Münze 13, der Geschäftsführung des Studierendenwerks Tübingen-Hohenheim, Vertreter:innen des Mietshäuser Syndikats, des Tübinger Studentenwerk e.V., der Stadtverwaltung, dem VBA, Politiker:innen verschiedener Parteien sowie den zahlreichen Akteur:innen, die der Umwandlung des Hauses in ein selbstverwaltetes Wohnprojekt unter dem Dach des Mietshäuser Syndikats zustimmen müssten, statt. Auch aufgrund der Komplexität der Besitzverhältnisse, notwendigen Kooperation verschiedener Institutionen und unklarer Zuständigkeiten blieben in der Vergangenheit Anfragen der Hausgemeinschaft bezüglich der Übernahme des Erbbaurechtsvertrags unbeantwortet. Deshalb saßen nun Oliver Schill und Tilmann Beetz aus der Geschäftsführung des Studierendenwerks Tübingen-Hohenheim, Universitätsrektor Prof. Dr. Bernd Engler als Vorsitzender des Verwaltungsrats des Studierendenwerks und Andreas Hölting, Leiter des Tübinger Amts für Vermögen und Bau zumindest virtuell an einem Tisch.

Nach jahrelangen erfolglosen Bemühungen der Bewohner:innen, mit dem Studierendenwerk in Dialog über die Zukunft des Hauses zu treten, wird die neue Gesprächsbereitschaft als großer Fortschritt gewertet. Der runde Tisch mit allen relevanten Akteur:innen kam auf Initiative der Bundes- und Landtagsabgeordneten Daniel Lede Abal, Dr. Dorothea Kliche-Behnke, Heike Hänsel, Chris Kühn und Dr. Martin Rosemann zustande, die ebenfalls am Treffen teilnahmen.

Im Laufe des Treffens äußerte sich Andreas Hölting klar, dass Vermögen und Bau sich selbst nicht als aktiven und politischen Akteur sehe, sondern vielmehr in einer Verwaltungsrolle. Die Entscheidung müsse an anderer Stelle getroffen werden, Vermögen und Bau reagiere auf das, was der jetzige Erbbaurechtsnehmer mit seinem Verwaltungsrat [also das Stuwe AdöR] und den dazugehörigen Ministerien entscheidet. Für die Stadt Tübingen ist eine angemessene Pflege der stadtbildprägenden Immobilie sowie der Erhalt seiner sozialen Zwecke wichtig, die diesbezüglich sehr gute Erfahrungen mit den selbstverwalteten Syndikatsprojekten gemacht hat.

Im nächsten Schritt werden sich Prof. Dr. Bernd Engler und Oliver Schill im Verwaltungsrat um ein Mandat bemühen, das ihnen ermöglicht, in ergebnisoffene Verhandlungen mit den Bewohner:innen zu treten. Im weiteren Prozess werden die alternativen Optionen der a) Sanierung und Umwandlung in ein Syndikatsprojekt durch die Bewohner:innen oder b) Sanierung durch das Studierendenwerk anhand verschiedener Kriterien verglichen, um die für alle Beteiligten beste Lösung auszumachen. Alle Beteiligten verständigten sich einvernehmlich auf eine Moderation durch Baubürgermeister Cord Soehlke. Einigkeit unter allen Anwesenden herrschte zudem darüber, dass es ein „Weiter so“ nicht geben könne und gemeinsam an einer konstruktiven Lösung zum Erhalt des denkmalgeschützten Hauses und des gewachsenen, nicht-kommerziellen Wohn- und Kulturraums gearbeitet werden muss.

Als Bewohner:innen der Münze 13 sind wir überzeugt, dass wir sehr gute Argumente für den Fortbestand in echter Selbstverwaltung und einer bedarfsorientierten und qualitativ hochwertigen Sanierung als Projekt des Mietshäuser Syndikats haben.